„Wenn man Illegale nicht mehr ausweisen kann….


….ohne dass Gutmenschen sich inszenieren, ist das die Besetzung der EU durch Roma und ‚Flüchtlinge‘.“

Professor entsetzt mit fremdenfeindlichem Post – Uni Leipzig reagiert entsetzt

Ein Professor der Universität Leipzig schreibt auf Twitter ausländerfeindliche und islamophobe Tweets. Doch darf sich ein Universitätsprofessor überhaupt offen rechtspopulistisch äußern? Die Antwort auf diese Frage ist nicht eindeutig.

Die Universität Leipzig wehrt sich standhaft gegen den örtlichen Pegida-Ableger Legida (Leipziger gegen die Islamisierung des Abendlandes). Wenn die Legida-Anhänger montags auf die Straße gehen, veranstaltet die Uni Gegendemonstrationen oder Poetry-Slams. Doch einer fällt aus der Masse heraus, einer gibt der Legida Recht.

Ein Jura-Professor der Universität Leipzig versteht das Verhalten der Studierenden als „Gutmenschentum“. AufTwitterschreibt er: „Wenn man Illegale nicht mehr ausweisen kann, ohne dass Gutmenschen sich inszenieren, ist das die Besetzung der EU durch Roma und ‚Flüchtlinge‘.“ Seine Tweets sind fremdenfeindlich und islamophob. „Es gibt keinen friedfertigenIslam. Das Grundkonzept dieser ‚Religion‘ ist kriegerische Ausbreitung“, twittert er.

Die Universität distanziert sich

Den Studierenden der Uni Leipzig missfallen solche Aussagen und auch die Hochschulleitung ist nicht begeistert. Die Universität stelle sich entschieden gegen intolerantes und fremdenfeindliches Gedankengut, zitiert die „Zeit“ die Hochschulleitung. Doch wenn sich ein Professor als Privatperson anders äußere, „werden wir damit leben müssen“. Auch Professoren genießen Meinungsfreiheit.

Ulrich Battis, emeritierter Professor der Humboldt Universitätin Berlin, stimmt dem zu. Die Hochschulleitung könne sich lediglich distanzieren. Solange der Professor keine strafrechtliche Grenze überschreite und man ihm Volksverhetzung vorwerfen könne, könne die Universität nicht viel tun. „Anders verhält es sich, wenn er solche Sprüche in der Vorlesung zum Besten gibt, es sozusagen eine amtliche Äußerung im Dienst wäre“, sagt er der „Zeit“. Das wäre Missbrauch des Lehrstuhls.

Auch andere Professoren äußern sich ähnlich

Der Leipziger Fall ist nicht der einzige dieser Art. Ein Chemie-Professor der Hochschule Merseburg etwaunterbrach Angela Merkel im Januarbei einer Rede in Halle und schrie, er habe Angst um die Zukunft seiner Kinder. Und ein Akademischer Rat an der Universität Bayreuth, der der Pegida nahesteht, kandidiert in seiner Funktion als AfD-Mitglied für den Magdeburger Landtag. Auch an den Universitäten gibt es „Wutbürger“.

Die Universität Leipzig will nun wenigstens sicherstellen, dass Diskussionen auf einem universitätswürdigen Niveau geschehen, versichert Beate Schücking, Rektorin in Leipzig, der „Zeit“. Außerdem wolle sie inhaltliche Schwerpunkte setzen. Im April soll es eine Diskussionsveranstaltung mit dem Jura-Professor geben. Diskutiert wird über Gewalt und Meinungsfreiheit.

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