SPD – Angst vor dem Absturz


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gabriel

Die SPD zittert vor den Wahlen im März. In Rheinland-Pfalz droht der Machtverlust. In Sachsen-Anhalt könnte sie sogar hinter die AfD zurückfallen. Und in Baden-Württemberg ist alles noch viel schlimmer. Report aus einer zutiefst verunsicherten Partei.

Die Verzweiflung ist groß. So groß, dass Sigmar Gabriel sogar seine niedersächsischen Wurzeln verrät. Der SPD-Chef steht auf einer Bühne in Mainz und versucht, Nähe zum rheinlandpfälzischen Wahlvolk herzustellen. „Malu Dreyer ist auch ein bisschen meine Landesmutter“, verkündet der SPD-Chef. Teile seiner Familie wohnten an der Mosel. „Seht her“, soll das heißen, „ich bin einer von euch.“

Möglicherweise das schlechteste Ergebnis seit dem Krieg

Dann setzt er an zu einer Jubelarie auf Rheinland-Pfalz. Drittniedrigste Arbeitslosigkeit, flächendeckende Ganztagsschulen, gebührenfreie Kitas. „Enormes ist hier geleistet worden“, sagt er. „Und wenn sich Leistung in der Politik lohnen soll, dann darf es keinen Zweifel daran geben, dass Malu Dreyer am 13. März die Wahl gewinnt.“

Gabriels Problem ist: Es gibt Zweifel daran. Sogar erhebliche. Nur noch 31 Prozent sagen die Demoskopen der rheinlandpfälzischen SPD voraus. Es wäre das schlechteste Ergebnis seit dem Krieg. Noch düsterer sind die Prognosen für zwei zeitgleich stattfindende Wahlen. In Sachsen-Anhalt könntedie AfDan den Sozialdemokraten vorbeiziehen. In Baden-Württemberg droht gar der Absturz in die Einstelligkeit.

Die Partei stünde vor einer Zerreißprobe

Die Folgen einer Dreifachniederlage wären verheerend. Für Sigmar Gabriel sowieso, der Vorsitzende ist seit seiner vergeigten Wiederwahl angeschlagen. Aber auch die Partei stünde vor einer Zerreißprobe. Es droht ein Konflikt, der bislang mühsam unterdrückt wurde und der die Genossen spaltet wie kein anderer.

Auf der einen Seite stehen die Sozialdemokraten, die aus Prinzip für einen flüchtlingsfreundlichen Kurs sind, also Jusos, Akademiker, Weltverbesserer.

Auf der anderen Seite klassische Genossen, die den Verdrängungswettbewerb am unteren Ende der Lohnskala fürchten – die Geringverdiener, Facharbeiter, Gewerkschafter. Menschen, für die der vorerst letzte SPD-Kanzler Gerhard Schröder den Satz sagte: „Kriminelle Ausländer müssen raus, aber schnell.“

Es könnte eng werden für die SPD

Die Eruptionswellen einer Niederlagenserie würden diese Gegensätze zu Tage fördern. Und niemand kann vorhersagen, wie der Konflikt ausgehen wird. Sicher ist bloß, dass es eng wird für Sigmar Gabriel. Und fürdie SPDals Volkspartei.

Grünstadt, eine 13.000-Einwohner-Gemeinde nahe Ludwigshafen. Die SPD hat in das „Weinstraßen-Center“ geladen. Etwa 300 Bürger sind gekommen. Der Ortsvorsitzende braucht gefühlte zehn Minuten, um die Ehrengäste zu begrüßen, dann spielen Musikschüler den Popsong „A Night Like This“ – eine Nacht wie diese.

Quelle: http://www.focus.de/politik/deutschland/verzweiflung-vor-den-landtagswahlen-angst-vor-dem-absturz-die-spd-steuert-auf-eine-historische-niederlage-zu_id_5297793.html


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