Michael Winklers Tageskommentar – 28.6.2016


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Sultan Erdogan, der Großprächtige, hat sich huldvoll bei Rußland dafür entschuldigt, daß seine Luftwaffe vor etwa sechs Monaten ein russisches Flugzeug abgeschossen hat. Natürlich geschieht das nicht ganz freiwillig, denn die russischen Sanktionen treffen die Türkei. Die russischen Touristen fehlen, und da nach den diversen Anschlägen korantreuer Muslime auch die europäischen Touristen ausbleiben, fehlt Geld in den Kassen. Der Weg zum Herzen führt in dieser heutigen Welt eben zumeist über die Brieftasche.

Über drei Millionen Menschen haben eine Petition unterzeichnet, wonach das Brexit-Referendum wiederholt werden soll. Nur sind viele dieser Menschen keine Briten, also weder Petitions- noch Abstimmungsberechtigt. So stammen über 70.000 Stimmen aus dem Vatikan, was sehr beachtlich ist, da dort nur 800 Menschen wohnen. Es ist also das Ausland, das versucht, sich hier einzumischen. Vermutlich stecken da auch „Non-Governmentental-Organisations“ dahinter, also Gruppen, mit denen ein jüdischer Milliardär versucht, die Spielregeln der Demokratie außer Kraft zu setzen.

Wieder einmal ist eine der Geschichten um den Holograus aufgeflogen: Ein gewisser Joseph Hirt hat in den USA den ganzen Horror-Cocktail aufgetischt. Er sei von Joseph Mengele persönlich untersucht worden, war auf 30 kg abgemagert, als er unter dem Elektrozaun durchgekrochen und geflohen sei, und konnte als Beweis eine Auschwitz-Nummer auf seinem Unterarm vorweisen. Mit diesen Erzählungen ist besagter Joseph Hirt als „Überlebender“ durch Schulen und Vorträgen getingelt. Bis einem seriösen Historiker – also keinem Deutschen – die Fehler aufgefallen sind. Zu der Zeit, als Hirt in Auschwitz gewesen sein wollte, hat es dort weder Tätowierungen noch einen Dr. Mengele gegeben. Die Auschwitz-Nummer ist echt, nur gehört sie zu einem Herrn namens Primo Levi. Hirt hat schließlich gestanden, daß er alles erlogen hatte. Natürlich in bester Absicht, er habe „die Erinnerung am Leben halten wollen“. Ein anderer Auschwitz-Überlebender, bei dem ebenfalls ein paar Angaben nicht mit den Fakten übereinstimmen, Elie Wiesel, hat das so ausgedrückt: Es gäbe Geschichten, die seien wahr, aber nie passiert.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Brexit und Grexit? Die Briten dürfen gehen, bei den Griechen hat es damals geheißen, das sei in den Statuten nicht vorgesehen. Das ist kein Widerspruch, sondern schlicht und einfach mangelnde Differenzierung. Die Briten wollen aus der EUdSSR austreten, das ist im Knebelvertrag von Lissabon tatsächlich vorgesehen. Bei den Griechen hingegen ging es darum, aus dem Euro auszuscheiden. Dies wiederum ist im Vertrag von Maastricht nicht vorgesehen. Falls sich noch jemand erinnern sollte: Damals wurde diskutiert, ob Griechenland nach dem Grexit in der EU verbleiben dürfe.

Die Spanier haben es mal wieder geschafft, keine Regierung zu wählen. Weder Konservative noch Sozialisten haben eine Mehrheit, und für beide ist es derzeit undenkbar, zum Wohl Spaniens zusammenzuarbeiten. Die Partei geht nun mal über die Republik, damit müssen sich Demokraten abfinden. Und ja, beim Afrika-Cup sind die Spanier auch rausgeflogen.

Im Übrigen bin ich der Meinung, daß Merkel eine Abzulösende sei.

Quelle: http://michaelwinkler.de/Kommentar.html

Michael Winkers Bücher: http://michaelwinkler.de/Buecher.html


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