Michael Winklers Tageskommentar – 14.7.16


Es gibt unschöne Zahlen aus Italien. Nicht 90, sondern 360 Milliarden liegen bei den Banken im Feuer, davon sind 200 Milliarden Kredite, die nicht mehr bedient werden. Die Regierung hat insofern ein Problem, daß viele Sparer angesichts der Mickerzinsen auf die Anleihen der Bankhäuser ausgewichen sind und bei einer Pleite als Gläubiger gelten, die ihr Geld verlieren. Sparbücher und Festgelder, also Einlagen, werden vom Einlagensicherungsfonds geschützt, bis 100.000 Euro. Auch wenn Bankhäuser Kredite aus dem Nichts schaffen, stehen diesen Krediten Guthaben gegenüber, das ist bei der doppelten Buchführung nun mal so. Der Kredit kann nur aufgelöst werden, wenn gleichzeitig die Guthaben ausgebucht werden. Diese Guthaben muß die Bank erst einmal aufbringen, wenn der Kreditnehmer ausfällt.

In der guten alten Zeit hat das anders ausgesehen. Wenn jemand einen knappen Zentner Silber zur Bank getragen hat – also 2.000 Konventions- bzw. Maria-Theresia-Taler – dann hat die Bank auch nur diese 2.000 Münzen verleihen können. Wenn der Kreditnehmer nicht mehr zurückgezahlt hatte, wurde der Tisch des Geldwechslers bzw. -verleihers, seine „Banca“ zerschlagen, es blieb also eine „Banca rotta“, ein Bankrott.

Im modernen Banksystem wandert das Silber in den Tresor, und die Bank ist berechtigt, 100.000 Taler zu verleihen. Das nennt man zwei Prozent Mindestreserve. Mit zwei „Währungen“ sind die Vorgänge einfacher zu verstehen: Die Bank verteilt kein Silber, sondern „Gutscheine“, sogenannte Banknoten, im Nennwert von 100.000 Talern. Im Idealfall bekommt sie das Geld mit Zinsen zurück, sind wir bescheiden, 125.000 Taler in Silber. Diese landen im Tresor und sind offiziell nicht vorhanden, da Kredite und Gegenbuchungen verschwunden sind. Nicht verschwunden sind allerdings die Banknoten. Das Geschäft ist komplett abgeschlossen, wenn die 100.000 „Gutscheine“ gegen Silber eingetauscht werden. Die verbleibenden 25.000 Taler Zinszahlungen sind der Gewinn der Bank. Wenn der Kredit „faul“ wird, kursieren die Banknoten immer noch, und die Bank ist verpflichtet, sie gegen Silber rückzutauschen. Dieses Silber hat sie jedoch nie bekommen, also „Banca rotta“.

Rein in Euro passiert nichts anderes, nur die Verwirrung bei der Beschreibung wird größer. Da entsteht zunächst Buchgeld, als Forderung und Guthaben. Das Guthaben gibt der Kreditnehmer aus, verteilt es. Dieses verteilte Guthaben entspricht den Banknoten im obigen Beispiel. Diese Sekundär-Guthaben fließen schließlich als Rückzahlungen an die kreditgebende Bank – oder eben nicht, was zum Bankrott führen dürfte.

Merkeldeutschland läuft Amok. Da wird eine „geheime“, also nicht öffentlich zugängliche Facebook-Gruppe hochgenommen wegen „Volksverhetzung“, „Verherrlichung des Nationalsozialismus“ und des obligatorischen „Antisemitismus“. Wieso „das Volk“ verhetzt wird, wenn ein paar Leute im „stillen Kämmerlein“ ihrer geschlossenen Gesellschaft Parolen austauschen, hat bisher niemand schlüssig begründet. Auf der anderen Seite kann man nur den Kopf schütteln. Facebook ist eine amerikanische Firma, die von einem Juden gegründet und noch immer geleitet wird. Zu glauben, daß da irgend etwas geheim und verborgen bleibt, vor allem, wenn man Juden beschimpft, ist mehr als nur naiv. Allerdings ist das die ideale Plattform für einen „Ilja Ehrenburg Fanclub“ oder für „Förderer des Hooton-Plans“.

Im Übrigen bin ich der Meinung, daß Merkel eine Abzulösende sei.

Quelle: http://michaelwinkler.de/Kommentar.html

Michael Winkers Bücher: http://michaelwinkler.de/Buecher.html

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