Michael Winklers Tageskommentar – 13.7.16


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Oh je, schon wieder eine Pfarrerstochter… Die neue britische Premierministerin ist die Tochter eines anglikanischen Priesters, hat Geographie bis zum Bachelor studiert und sechs Jahre für die Bank von England gearbeitet, bevor sie in die Politik gegangen ist. Ihr Vater (1981) und ihre Mutter (1982) sind bereits gestorben. Seit 1980 ist sie mit dem Investment-Banker Philip May verheiratet, die Ehe ist kinderlos. Die Bezeichnung „Home Secretary“ heißt übersetzt nicht etwa Sekretärin in Heimarbeit, sondern Innenministerin. Alles weitere wird sich zeigen.

Spanien und Portugal haben die EU-Haushaltsvorgaben nicht konsequent genug eingehalten, deshalb werden diese Länder jetzt sanktioniert. Besonders wirksam sind natürlich Geldstrafen, die wirken angesichts der bestehenden Defizite im Staatshaushalt ausnehmend förderlich. Was passiert, wenn man sich an die Vorgaben der EU hält, sieht man an Griechenland: Die Wirtschaft wird ruiniert, die Bevölkerung verarmt und der soziale Sektor verarmt. Na, da stehen den Iberern wahrhaft herrliche Zeiten bevor.

Ganz toll geht es auch den Banken Italiens. 90 Milliarden faule Kredite haben die in den Büchern, wird berichtet. Wie das passieren kann? Keine Ahnung, wenn ich zur Bank gehe und einen Kredit haben will, muß ich Sicherheiten vorweisen, also im Prinzip die Bank überzeugen, daß ich den Kredit gar nicht brauche. „Faul“ kann ein Kredit nur werden, wenn der Kreditnehmer Einkommenseinbußen erleidet, also z.B. entlassen wird. Oder wenn bei einer Firma die Gewinne einbrechen. Zu Zeiten der Lira hätte man da mit Abwertungen dagegen steuern können, doch die Italiener wollten unbedingt den Euro haben – so wie die Spanier, Portugiesen und Griechen. Die einstigen Schwachwährungsländer bluten heute für ihre damalige Dummheit.

Die Fusion zwischen Edeka und Kaisers/Tengelmann zieht sich weiterhin. Zuerst hat das Kartellamt Nein gesagt, dann gab es von Sigmar „das Pack“ Gabriel eine Ministererlaubnis. Jetzt hat das Oberlandesgericht Düsseldorf diese Ministererlaubnis widerrufen. Angeblich habe Gabriel Geheimgespräche geführt, sagt das Gericht. Das verletze seine Neutralität. Das Familienunternehmen Kaisers/Tengelmann ist nur in Berlin und München gut vertreten, außerhalb dieser Städte gibt es nur wenige Filialen. Die Kette fährt Verluste ein, deshalb ist eine Insolvenz nicht ausgeschlossen. Dann werden die Filialen meistbietend veräußert und ein paar Leute landen auf der Straße.

Im Übrigen bin ich der Meinung, daß Merkel eine Abzulösende sei.

Quelle: http://michaelwinkler.de/Kommentar.html

Michael Winkers Bücher: http://michaelwinkler.de/Buecher.html


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