Michael Winklers Tageskommentar 10.2.2016


Zwei Züge nehmen aneinander Anstoß und schon werden alle Nachrichtensendungen zur Gaffer-Befriedigung umgeschaltet. Sicher, es hat zehn Tote gegeben (aktuelle Zahl), und es ist mitten in Deutschland passiert, doch verglichen mit einem Anschlag korantreuer Muslime ist das eine eher läßliche Zahl. Die Parteien haben deswegen ihre Aschermittwochs-Veranstaltungen abgesagt. Das finde ich positiv, schließlich haben wir während des Faschings genug Politiker auf den besten Plätzen gesehen.

Frankreich möchte den nach den Moslem-Attentaten des 13. Novembers ausgerufenen Ausnahmezustand gerne verlängern. So ein Ausnahmezustand ist offenbar verlockend, darf die Polizei doch da die Bürger weitaus mehr schikanieren als sonst. Es ist zwar kein Problem, einen Hausdurchsuchungsbefehl zu bekommen – zumindest in Merkeldeutschland – doch ohne diese lästige Formalität macht es noch mehr Spaß. Es dient ja alles der Sicherheit, das muß der Schikanierte doch einsehen. Gegen die Muselmanen hilft das ja doch nicht, denn die hätte man in der vergangenen Zeit längst aufsuchen können.

Hatte der merkelhafte Besuch der Türkei irgendwelche Ergebnisse? Das ist bei dem ganzen Zugunglück untergegangen, und vermutlich ist es auch besser so. Frau Mißerfolg und Frau Mißlungen kommt selten mit guten Ergebnissen zurück. Soweit ich mitbekommen habe, hat sie der Türkei zugesichert, die drei Milliarden Euro Flüchtlingshilfe stünden bereit, und der türkische Ministerpräsident Davotoglu hätte geantwortet, daß er dies als eine Anzahlung auf spätere Ansprüche werte. Außerdem war Angela die Selbstherrliche Merkel „entsetzt“ über die Auswirkungen der russischen Bomben auf Aleppo. Wobei die Verwüstungen wohl weniger auf die Russen zurückzuführen sind, sondern darauf, daß Obamamerika 2011 den Bürgerkrieg in Syrien angefacht hatte. Und wenn Merkel ein wirkliches Krisengebiet mit Bombenschäden besuchen möchte, empfehle ich das Gaza-Ghetto. Da wäre genug Platz für ein wenig Entsetzen.

Im Übrigen bin ich der Meinung, daß Merkel eine Abzulösende sei.

Quelle: Michael  Winklers Tageskommentar zum 10.2.


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