Michael Winklers Tageskommentar – 10.11.2016


image_print

Donald ist Trumpf! Congratulations, America!

An diesem 9. November habe ich bei der Berichterstattung über die Wahl in den USA wieder einmal eine Sternstunde des deutschen Qualitäts-Journalismus‘ erlebt. Zugegeben, die wichtigste Meldung habe ich gleich nach dem Einschalten bekommen: Killary hat verloren! Das war um 11:45 Uhr. Danach wurden anderthalb Stunden Meinungen diverser Promis und Nicht-Promis vorgeführt, erst um 13:15 wurde tatsächlich eine Karte gezeigt, wie die Bundesstaaten der USA abgestimmt haben. Und es wurde erwähnt, daß Trump mit 289 zu 218 Wahlmännern führt. Anderthalb Stunden faktenfreie Berichterstattung! Großartige Leistung! Das nenne ich professionell! Ich habe von N24 auf ARD und schließlich ZDF gewechselt, bevor tatsächlich das gezeigt wurde, was ich sehen wollte.

Mich interessiert die Meinung der Melanie-Fatima Seitenschneider-Kneifzange nicht, der man in der Fußgängerzone ein Mikrophon hinhält, damit sie zeigen kann, wie wenig sie von Politik versteht. Ich will auch nicht wissen, daß irgendwelche Amerikaner in einer Frankfurter Schule viel lieber Kriegstreiberin Killary vorne gesehen hätten. Zugegeben, der prächtige Saal, in dem Wladimir Putin dem Sieger Donald Trump gratuliert hat, hat mich beeindruckt. Daß Frankreichs angeschlagener Präsident Hollande gratuliert, „weil das so üblich ist“, zeigt dessen schlechte Kinderstube. Steinmeiers Äußerungen zu diesem Thema disqualifizieren ihn als Bundespräsidenten ebenso wie als Chefdiplomat. Die Krönung dieser Meinungsäußerungen war jedoch wieder einmal Angela die Selbstherrliche und Unbelehrbare Merkel. Sie, die alle Werte Europas unablässig zerstört und in den Schmutz tritt, erfrechte sich doch tatsächlich, diese bei Trump anzumahnen!

Die Berichterstattung im Vorfeld hat ganz klar gezeigt, wieso ich die Lügenpresse als Wahrheitsmedien bezeichne. Die Pressehuren und Systemschreiberlinge haben unablässig ihre eigenen Vorstellungen von der Wahrheit herbeiberichtet. Ständig wurden uns Stimmen gezeigt, die für Killary gesprochen haben. Über Trump wurden uns vor allem die negativen Punkte vorgeführt, immer und immer wieder. 80% der Deutschen hätten für Killary gestimmt, behaupten die Wahrheitsmedien ganz stolz auf ihre erfolgreiche Volksverhetzung. Noch am Dienstag, Stunden vor Eröffnung der Wahllokale, wurde eine Grafik gezeigt, nach welcher Killary bereits 268 Wahlmänner gewonnen habe, während Trump nur 204 aufbieten könne. Der Sieg der Kriegstreiberin schien ganze zwei Wahlmänner entfernt, wurde uns von der Journaille eingeredet.

Wir brauchen keine Journalisten, die Meinungen bilden wollen, sondern Medien, die informieren. Die US-Wahl ist das zweite Mal in diesem Jahr, daß die Medien mit ihrem Versuch, eine ihnen genehme Wahrheit herbeizuschreiben, grandios gescheitert sind. Sie haben es versäumt, bei der Abstimmung über den Brexit den Briten aufs Maul zu schauen, und sie haben es jetzt versäumt, bei den Amerikanern genau hinzuhören. Die deutschen Korrespondenten im Ausland sind allesamt überbezahlt und unterqualifiziert, wenn wir sie an den Ergebnissen messen, die sie abliefern. Noch nicht einmal die Prognosen für den eigenen Aktienmarkt haben gestimmt. Am Dienstag schloß der DAX mit 10.482 Punkten. Sollte Trump gewinnen, drohe ein Absturz, hieß es. Am Mittwoch, nachdem Trump gewonnen hatte, schloß der DAX mit 10.646 Punkten, also deutlich im Plus. Auch der Dollar hat an Wert zugelegt, weshalb Gold in Euro gestiegen ist, während es in Dollar nachgegeben hat.

Natürlich geht die Hetze der Wahrheitsmedien weiter. Bei der Wahlanalyse wurde darauf hingewiesen, daß 63% der gebildeten, oft arbeitslosen weißen Männer Trump gewählt hätten. Bei den 88% Afroamerikanern (Negern), die Killary gewählt haben, haben die rassistischen Wahrheitsmedien nicht erwähnt, daß diese zumeist ungebildet, arbeitslos und oft genug kriminell sind. Wegen Trump würde nun TTIP scheitern, bedauern die Wahrheitsmedien. Natürlich ohne zu erwähnen, daß dieses Abkommen auf breite Ablehnung in der europäischen Bevölkerung stößt, ihm also keine Träne nachgeweint werden wird.

Jenseits aller Hoffnungen und Heilserwartungen sollten wir die Situation realistisch einschätzen. Mit der republikanischen Mehrheit in beiden Häusern des Congress‘ hat der künftige Präsident eine starke Machtposition, doch er hat nicht die Macht, Wunder zu wirken. Zunächst verschafft Trump der Welt eine Verschnaufpause, ein friedliches Weihnachtsfest, wo Killary bereits Kriegsvorbereitungen getroffen hätte. Aber auch Trump wird eher Auschwitz besuchen statt der Rheinwiesenlager. Obama hinterläßt zerrüttete Staatsfinanzen und eine ganze Tropfsteinhöhle voller Damoklesschwerter. Wirtschaftlich stehen die USA vor einer Rezession, wahrscheinlich sogar vor der größten Depression aller Zeiten. Die Geister, die Machthaber Obama vor allem zu Zeiten seiner Außenministerin Killary gerufen hat, wird auch Trump nicht mit einem Fingerschnippen los. Der Islamische Staat wird weiterhin weltweit Terroranschläge verüben, die Kriege im Irak und in Syrien sind nicht schlagartig zu Ende, Libyen ist weiterhin ein zerrissenes Land, Saudi Arabien bombardiert weiterhin Zivilisten im Jemen.

Trump hat die Lobbys und den Regierungsapparat am Hals, altgediente und hocherfahrene Verschlepper, Verzögerer, Falschversteher und Versager. Trump hat Israel am Hals, das weiterhin auf Sonderrechte und Sonderbehandlung besteht. Trump hat Europa am Hals, den gespaltenen Kontinent, in dem Merkel für die personifizierte Unvernunft und Volksschädigung steht. Trumps Ankündigung: „Make America great – again!“ wird sich als substanzlos erweisen, wird ebenso scheitern wie Obamas: „Change!“ Wir, die Welt, haben nur zwei Vorteile vom Ausgang dieser Wahl: Der dritte Weltkrieg wird ein wenig länger auf sich warten lassen, und die Lobbys werden sich neu orientieren müssen, mithin ebenfalls ein wenig Zeit gewähren. Womöglich wird sich deren Stoßrichtung mehr auf Europa verlagern, weil Amerika mit seinem neuen Präsidenten erst einmal neue Hoffnung verbindet.

Quelle: michaelwinkler.de


Kommentar verfassen