Martin Luther – „Er war ein konservativer Denker“


Herr Dr. Schwilk, warum „Der Zorn Gottes“, wie der Untertitel Ihres Buches lautet?

Heimo Schwilk: Das ist eine Formulierung, die sich in fast allen Schriften des Reformators findet. Es erstaunte mich bei der Recherche zu meiner Biographie, daß so wenige Luther-Forscher und Biographen dieses zentrale biblische Motiv aufgenommen haben. Für Luther war der „Zorn Gottes“ über den sündhaften, von seinem Schöpfer abgefallenen Menschen eine unumstößliche Realität. Denn Gott erlöst nicht nur, er verdammt auch!

Die Vorstellung eines zürnenden Gottes war ihm mindestens so selbstverständlich wie das Liebes- und Erlösungsangebot Christi. So gesehen ist mein Buch auch gegen die Linie der Luther-Beauftragten Margot Käßmann gerichtet. Es zeigt den „harten“, den „paulinischen-augustinischen“ Luther, statt der weichgespülten Version, die uns von offizieller Seite präsentiert wird.

Also eine Kampfschrift?

Schwilk: Ganz und gar nicht. Das war überhaupt nicht meine Intention. Im Gegenteil, ich hatte keine These, die ich beweisen wollte. Mein Ziel war es, dem historischen Luther auf die Spur zu kommen, ihn durch seine Zeit zu begleiten und dem Leser nahezubringen. Eine „Anti-Käßmann-Schrift“ ist mein Buch unfreiwillig geworden – weil der historische Luther sich so darstellt.

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