„Man denkt, ihr kommt Klapsmühle“


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In ihrer Umgangssprache kürzen die Deutschen Sätze zunehmend auf ein Minimum. „Ich bin noch Büro“, heißt es dann. Oder: „Kommst du Bahnhof?“ Früher war dies vor allem bei Migranten zu hören. Heute sprechen auch viele Deutsche so. Experten sehen hier einen Einfluss aus dem Türkischen.

„Kommst du eigentlich nachher mit Kino?“ Der Satz, so erzählt es Diana Marossek, brachte das Fass zum Überlaufen. Als jemand der Berliner Sprachwissenschaftlerin diese Frage stellte, fiel ihr auf, wie oft in ihrem Bekannten- und Freundeskreis eine Sprache verwendet wird, die sie Kurzdeutsch nennt. „Seltsamerweise sah kein Mensch einen Anlass, derlei verkürzte Sätze zu korrigieren“, schreibt sie in ihrem Buch „Kommst du Bahnhof oder hast du Auto?“ (Hanser Berlin), das gerade erschienen ist.

In der Praxis heißt das: Der Artikel oder die Kombination aus Präposition und Artikel wird weggelassen. Heraus kommen Sätze wie „Ich bin noch Büro“ oder „Er hat Tor geschossen“. Die Forscherin, die sich dem Thema bereits in ihrer Doktorarbeit widmete, versuchte daher zu ergründen, warum inzwischen so viele in breitestem Kiezdeutsch reden. Denn: Den vermeintlichen Fehler machen demnach inzwischen längst nicht mehr nur Migranten, sondern Deutsche aus allen sozialen Schichten. Die Frage ist nur: warum?

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